Osteopathie für Kinder

Beschwerden, Diagnose, Osteopathische Behandlungen

Das Baby ist da. Die Aufregung ist groß und alle freuen sich über das neue Familienmitglied. Die meisten Kinder kommen vollkommen gesund auf die Welt. Einige tragen von der Geburt einige kleinere Blessuren wie Schädelverformungen von der Saugglocke oder einen Schiefhals davon. Andere hören einfach nicht auf zu weinen oder wollen nicht an der Brust trinken. Die Eltern sind dann meist in großer Sorge.

Die sanften ganzheitlichen Behandlungsformen der Osteopathie sind ideal für die Behandlung von Kindern.

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Viele Beschwerden lassen sich jedoch mithilfe von Osteopathie lindern. Deren sanfte Behandlungsmethoden eignen sich schon für Neugeborene.

Auch im weiteren Verlauf der ersten Lebensjahre sprechen viele Kinder gut auf osteopathische Therapien an. Wir im Osteomedicum Kiel legen dabei besonderen Wert auf eine Kombination von schulmedizinischen und osteopathischen Diagnoseverfahren und Behandlungsmethoden – je nach Beschwerden und Schwere der Erkrankungen.

Diagnose und Behandlung

Es gibt unzählige Erkrankungen und Symptome, die wir bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in der Regel gut behandeln können. Bevor wir mit einer Therapie beginnen, untersuchen wir Ihre Kinder gründlich.

Eine wichtige Säule bildet dabei ein ausführliches Anamnesegespräch. Wir fragen zum Beispiel nach den typischen Beschwerden, wie lange sie bereits anhalten und wie stark sie sind. Können die Kinder noch nicht für sich selbst sprechen, interessieren uns Verhaltensänderungen und Begleiterscheinungen, wie Schonhaltungen, die Sie bei den Kleinen entdecken konnten. Ältere Kinder ab drei Jahren beziehen wir in das Gespräch mit ein und fragen sie, wie sie sich fühlen, welche Beschwerden sie haben, wo genau vielleicht Schmerzen entstehen und wie sich diese anfühlen.

Den Gesamten Organismus durchchecken

Danach findet eine körperliche Untersuchung statt – und zwar ganzheitlich, nach schulmedizinischen und osteopathischen Ansätzen. Das bedeutet, dass wir uns nicht nur auf das Symptom an sich konzentrieren, sondern uns den gesamten Körper des Kindes genau anschauen. Der menschliche Organismus ist ein Zusammenspiel von unzähligen verschiedenen Prozessen. Gerät einer davon aus dem Gleichgewicht oder ins Stocken, kann das Auswirkungen auf viele der anderen Vorgänge im Körper haben. Wichtige Rollen spielen dabei die Organe, aber auch die Muskeln, Faszien, Bänder, Sehnen und Nerven.

Beispiel: Ein Kind klagt über dauerhafte Kopfschmerzen. Bildgebende Verfahren des Kopfes haben keine Diagnose geliefert. Die Ursachen können nun vielfältig sein, von Stress bis hin zu Migräne. Das sind aber anfänglich nur Vermutungen. Um herauszufinden, was tatsächlich hinter den regelmäßigen Schmerzen steckt, untersuchen wir das Kind einmal von Kopf bis Fuß. Am Ende stellt sich heraus: Das Kind leidet unter einer Fehlstellung der Hüfte. Diese verursacht nicht immer nur lokal Schmerzen. Gerät die Wirbelsäule dadurch in eine Schieflage, kann die gesamte Rückenmuskulatur verspannen, die tieferliegenden Faszien verkleben und das wiederum zu Kopfschmerzen führen. Mithilfe einer craniosacralen Therapie können wir die Schiefstellung minimieren, Verspannungen und Verkleben lösen und so langfristig die Kopfschmerzen lindern.

Je nach Beschwerden kann es zudem notwendig sein, bestimmte Tests wie Allergietest sowie Blutproben zu nehmen, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können – oder um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Typische Symptome und Erkrankungen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen

Die Bandbreite an Beschwerden, die für die eine Behandlung mit Osteopathie in Frage kommt, ist groß. Im folgenden Abschnitt finden Sie eine Auswahl an Symptomen und Erkrankungen, die wir mithilfe der Osteopathie behandeln können.*

Säuglinge:

  • Koliken
  • Hüftdysplasien
  • Schiefhals
  • Schreibabys
  • Schlafstörungen1
  • Stillprobleme

Kinder und Jugendliche:

  •  Allergien
  • Atemwegserkrankungen
  • Fehlhaltungen/Skoliose
  • Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Kopfschmerzen2
  • Konzentrations- und Lernschwierigkeiten/ADS3
  • Neurodermitis
  • Übergewicht/Untergewicht
  • Verdauungsprobleme4

Bemerken Sie an Ihrem Kind Auffälligkeiten oder haben Sie immer wieder erfolglos mit bestimmten Krankheiten zu kämpfen, melden Sie sich gerne bei uns. Gemeinsam können wir herausfinden, wo die Ursache der Beschwerden liegt und diese entsprechend behandeln – sanft und kindgerecht.

 

Hinweis

Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung (Osteopathie) selbst. Für den Bereich der Wirbelsäule, zum Beispiel beim chronischen Schmerzsyndrom, geht die Bundesärztekammer in der Regel von einer Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen aus (Deutsches Ärzteblatt 2009, S. 2325 ff.). Im Übrigen gibt es bislang keine großen, randomisierten Doppelblind-Studien, die in wissenschaftlicher Hinsicht die Wirkungsweisen osteopathischer Medizin bei den genannten Krankheitsbildern nachweisen.


1 – Vgl.: Schulmeyer, A.: Hat die osteopathische Behandlung einen Effekt auf Schlafstörungen bei Kindern zwischen drei und zehn Jahren?
2 – Vgl.: Aarts M., Sterenberg A., Wijnen U.: Migräne bei Kindern und Jugendlichen. Eine randomisierte kontrollierte Studie, 2009.
3 – Vgl.: Bierent-Vass A., Lang J. Neumann N.: Kann die Osteopathie einen spezifischen Beitrag in der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität – ADS/ADHS leisten? Eine randomisierte kontrollierte Studie, 2004.
4 – Vgl.: Liem, Schleupen, Altmeyer, Zweedijk: Osteopathische Behandlung bei Kindern; 2012. (Leseprobe)